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Vom Zauber der Jahreszeiten: Vorausschauend den Garten planen

10.11.14

Das ganze Jahr über angenehm warme Temperaturen – davon träumen viele. Doch andererseits müsste dann auch auf viel Schönes verzichtet werden, wie das Wiedererwachen der Natur im Frühling oder die stimmungsvollen Farben im Herbst. In Äquatornähe gibt es keine ausgeprägten Jahreszeiten. Stattdessen herrschen dort das ganze Jahr über mehr oder weniger hohe Temperaturen – das so genannte Tageszeitenklima. Das heißt, dass die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht, also innerhalb eines Tages, größer sind als die zwischen den Jahreszeiten. Das Wetterist dort jeden Tag beinahe gleich.

Die Jahreszeiten miterleben

In hiesigen Breiten spürt man den Wechsel der Jahreszeiten dagegen deutlich und kann ihn mit allen Sinnen miterleben – zum Beispiel im Frühling. Die Tage werden länger, die Sonne gewinnt an Kraft, die Vögel zwitschern wieder munterer und Bäume und Sträucher zeigen sich in frischem Grün. Dann erfreut auch die Blütenfülle von Blumenzwiebeln, Stauden und Gehölzen den Gartenbesitzer, und Spaziergänger und Parkbesucher genießen ebenfalls die vielen Facetten des Frühlings und die Veränderungen in der Natur. Die Natur scheint dann fast über magische Kräfte zu verfügen, weil sie solche eindrucksvollen Veränderungen hervorbringt. Auch der Herbst ist eine Jahreszeit, von der ein besonderer Zauber ausgeht, wenn sich die Blätter der Bäume leuchtend gelb, orange oder rot färben und Obstbäume verführerisch leckere Früchte tragen. Jede Jahreszeit bereichert uns auf ihre Weise.

Wer einen Garten hat, kann diese Veränderungen besonders gut miterleben, wenn bei der Pflanzenauswahl auf die jahreszeitlichen Besonderheiten geachtet wurde. Bei der Neuanlage oder Renovierung eines Gartens können wir die Pflanzenauswahl, unter Berücksichtigung der Standortbedingungen, so zusammenstellen, dass es im Garten rund ums Jahr immer etwas zu entdecken und zu erleben gibt.

 

Das Leben spüren

Im Frühling bietet der Garten besonders intensive Eindrücke. Krokusse, Narzissen, Tul-pen und viele andere farbenfrohe Zwiebelblumen erblühen fast über Nacht. Damit sich die Farbenpracht entfalten kann, müssen die Zwiebeln und Knollen schon im Herbst in die Erde. Der Herbst ist auch eine sehr gute Zeit zum Pflanzen von Gehölzen. Die Erde ist vom Sommer noch warm und es ist nicht mehr so trocken wie so oft in den Sommermonaten. Darum herrschen ideale Bedingungen, um das nächste Gartenjahr vorzubereiten. Auch wenn bei der Pflanzenauswahl vor allem die Blüten eine Rolle spielen, zum Beispiel bei den eindrucksvollen Zier-Kirschen und Zier-Apfelbäumen, sollte auch auf andere Aspekte für eine gelungene Gartengestaltung geachtet werden.

Der Austrieb von Lärchen zum Beispiel ist frischgrün, im Herbst leuchten ihre nadelförmigen Blätter goldgelb. Andere Pflanzen haben beim Austrieb schöne rote Blätter, die später vergrünen, oder sie haben – wie die Blut-Pflaumen – während der ganzen Gartensaison tiefrote Blätter.

An jede Jahreszeit denken

Im Sommer ist man besonders oft draußen und kann den Garten bis weit in die Nacht hinein genießen. Dann sorgen zahlreiche Stauden, Rosen und auch viele andere Ziersträucher für üppige Blütenpracht. Auch Duftpflanzen wie Lavendel oder aromatische Kräuter tragen zum Genuss des sommerlichen Gartens bei. Wer einen oder mehrere dachförmig gezogene Bäume pflanzt beziehungsweise vom Landschaftsgärtner pflanzen lässt, kann sich an heißen Tagen über einen natürlichen grünen Schattenspender freuen.

Im Herbst zeigt der Garten wieder ein anderes Gesicht, denn es ist die Zeit der Ernte und der leuchtenden Farben. Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten werden immer beliebter. Wer wenig Platz hat, kann auf kleine Obstbäume und Beerensträucher ausweichen. Schlanke Säulenobstbäume oder Spalierobst an der Hauswand empfehlen sich, wenn ein Garten sehr klein ist.

In einen Garten, der das ganze Jahr über interessant ist, gehören auf jeden Fall auch Gehölze mit eindrucksvoller Herbstfärbung, wie verschiedene Ahornarten, Ginkgo, Amberbaum oder der Wilde Wein, der als Kletterpflanze nur sehr wenig Grundfläche benötigt.

Auch den Winter nutzen

Der Winter wird bei der Gartenplanung oft außen vor gelassen, weil man sich dann kaum im Garten aufhält. Doch beim Blick aus dem Fenster oder beim Gang durch den winterlichen Vorgarten macht es Freude, blühende Pflanzen wie Christrosen, Winterjasmin oder blühende Winterheide zu sehen. Im Winter schlägt auch die große Stunde der immergrünen Laub- und Nadelgehölze, die dem Garten dann Struktur verleihen. Eindrucksvoll sind außerdem immergrüne Formgehölze oder Gehölze, die von Natur aus eine markante Wuchsform haben, wie die Korkenzieher-Hasel (Corylus avellana ‘Contorta‘) und die Japanische Drachenweide (Salix ‘Sekka‘). Lichtstrahler, die außergewöhnliche Pflanzen in Szene setzen, sind im Winter besonders effektvoll, weil es dann schon früh dunkel wird.

Gut und fachmännisch geplant trägt der Garten dazu bei, dass Gartenbesitzer den Reichtum, den jede Jahreszeit auf ihre Weise bietet, ausgiebig genießen können.

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